fb-pixel Inside the Volcano - ein geologisches Wunder | Naturreisen
June 10, 2019

Inside the Volcano – ein geologisches Wunder


“Die Zivilisation ist eine ganz dünne Kruste über einem Vulkan.” – Ernst Cassirer

Der Vulkan þríhnúkargúgur liegt nur ca. 30 Minuten mit dem Auto von Reykjavík entfernt. Weltweit einzigartig, bietet er Zugang in das Innere seiner Magmakammer, welche auf noch ungeklärte Weise nach dem Ausbruch nicht eingestürzt ist. Experten haben diesen Ort für die Allgemeinheit zugänglich gemacht und einen speziellen Aufzug angefertigt, welcher Besucher ins Innere der Magmakammer hinab bringt. Die Magmakammer, welche über die Jahrtausende von Umwelteinflüssen verschont geblieben ist, ist so groß, dass die Freiheitsstatue darin aufgestellt werden könnte – ein Ort voller Macht an dem man sich in der Zeitgeschichte sehr klein fühlt.

Blick über Reykjavík vom Gipfel des Þríhnúkargígur – Foto: Daniela Welling

Ausflugsbeschreibung Inside the Volcano – ein Erfahrungsbericht

Einem feuerspuckenden Vulkan möchte man nicht zu Nahe kommen, aber ca. 4000 Jahre später kann man sich das Spektakel doch einmal aus der Nähe ansehen. An einem Sonntag morgen Ende Mai fahre ich von Reykjavík in das nahegelegene Skigebiet auf den Bláfjöll, wo sich der Meeting Point für den Ausflug “Inside the Volcano” befindet. Die meisten anderen Teilnehmer des Ausflugs kommen mit dem Shuttle-Bus aus Reykjavík. Von den Guides werden wir willkommen geheißen und bekommen einen kurzen Überblick über den Ablauf. Dann geht es auch schon los. Zum Vulkan þríhnúkargúgur sind es gute 40 Minuten Fußmarsch über einen Schotterweg mitten durch ein Lavafeld. Unterwegs kommen wir an einigen Löchern und Lavatunneln vorbei. Außerdem überqueren wir mithilfe einer Brücke einen langen Graben, der die Riftzone zwischen den Kontinentalplatten bildet. Im Allgemeinen ist es eine gemütliche kleine Wanderung, bei der in gespannter Erwartung geplaudert wird. Unser Guide beantwortet all unsere Fragen zu Landschaft, Geschichte, Gestein und Klima in der Region. Schließlich erreichen wir die gemütliche und beheizte Basisstation am Fuße des Vulkans, wo wir mit Kaffee, Tee und Wasser empfangen werden. Dort befinden sich auch Toiletten und ein kleiner Souvenirshop.

Die Basisstation am Fuß des Vulkans – Foto: Daniela Welling

 

Hochwertige und gepflegte Sicherheitsausrüstung – Foto: Daniela Welling

Ich habe ein mulmiges Gefühl bei der Vorstellung mit einem Seilaufzug in die Tiefe dieses gewaltigen Vulkans zu fahren. Meine Sorge wandelt sich aber schnell in Begeisterung, denn die Sicherheitsbeauftragten und Guides vor Ort machen einen sehr kompetenten Eindruck, die Ausrüstung ist in sehr gutem Zustand und wir werden fachkundig eingewiesen. In Kleingruppen fahren wir mit dem Aufzug hinab, welcher mit speziellen Rollen an einer Seite ausgestattet ist um ohne harte Stöße durch den Vulkanschaft zu gleiten. Die Magmakammer und der Schacht sind mit Baustellenscheinwerfern ausgeleuchtet, und das Gestein leuchtet bunt in allen Farben. Zusätzlich wurden wir mit Stirnlampen ausgestattet, so dass auch kleine Details genauer betrachtet werden können.

Oben am Aufzug – gleich geht es hinab – Foto: Daniela Welling

 

Blick nach unten in die Magmakammer – Foto: Daniela Welling

 

Die erkaltete Magma schillert in allen Farben! – Foto: Daniela Welling

Die Wände des Vulkanschachts sind beeindruckend! – Foto: Daniela Welling

Unten angekommen, verlassen wir schnell die “Phone-Drop-Zone”, den Bereich in dem aus der Öffnung von oben etwas herunterfallen könnte. Dann dürfen wir uns nach Anweisung der Guides im Vulkan frei bewegen und auf eigene Faust die Magmakammer erkunden. Besonders beeindruckend ist es den Klang wahrzunehmen, wer möchte sollte daher unbedingt etwas singen oder die Mundharmonika aus der Tasche ziehen. Der Boden ist steinig und man läuft über kleinere und größere Gesteinsbrocken. Hier sollte man die Magmakammer einfach auf sich wirken lassen, vielelicht ein paar Fotos schießen und die Stimmung aufsaugen. Nach ca. 45 Minuten geht es dann mit dem Aufzug wieder nach oben und in der Basisstation wird man mit warmer isländischer Lammfleischsuppe oder einer vegetarischen Gemüsesuppe empfangen.

Blick auf eine kleine Höhle im Gestein – Foto: Daniela Welling

 

Inside the Volcano – Foto: Daniela Welling

Bevor es zurückgeht hat man noch Zeit einige kleine Formationen im Lavafeld im Umkreis der Basisstation zu betrachten. Je nachdem wie schnell die Gruppe wandert kann auch auf dem Rückweg noch ein kurzer Stop bei einem kleien Lavatunnel gemacht werden. Mein Fazit: Dieser Ausflug ist wirklich lohnenswert und einzigartig. Man gerät leicht ins Philosophieren und es wird einem Bewusst, was für ein Wunder die Erde ist.

Wo kann ich den Ausflug buchen?

Der Ausflug ist entweder direkt über unsere Website unter nachfolgendem Link oder telefonisch unter +49 06251/989 920 bei uns buchbar. Wir haben den Ausflug getestet, beraten Sie gerne und geben unsere persönlichen Erfahrungen an Sie weiter.

Zahlen und Fakten

  • maximal 18 Personen pro Tour
  • mehrere Touren täglich
  • Dauer: 5-6 Stunden (davon ca. 40 Minuten im Krater)
  • Anforderungen: moderate Grundfitness
  • keine Kletterkenntnisse notwendig
  • Länge der Wanderung: ca. 3km einfache Strecke ohne lange, anstrengende Steigungen (insgesamt 6km )

Leistungen, die im Preis enthalten sind

  • Shuttle Service vom Hótel in Reykjavík (hin und zurück)
  • Sicherheitsausrüstung (Helm, Sicherheitsgurt, Stirnlampe) wird gestellt
  • professioneller, fachkundiger Guide (englischsprachig)
  • traditionelle isländische Lammfleischsuppe/Gemüsesuppe für Vegetarier
  • Kaffee, Tee und Wasser
  • Regencapes (wenn nötig)

Was muss ich mitbringen?

  • gutes Schuhwerk (am besten Wanderschuhe)
  • warme und wetterfeste Outdoorkleidung
  • Kamera
  • gute Laune

 

 

Text: Daniela Welling